Für unsere Eltern und Großeltern war es noch selbstverständlich, ein großes Gemüsebeet im Garten zu haben. In späteren Jahren begnügten sich viele Hobbygärtner mit dem Anlegen schöner Blumenbeete und Rasenflächen. Der Anbau von eigenem Gemüse beschränkte sich bei den meisten auf ein Minimum. Seit einiger Zeit erfreut sich der Gemüsegarten jedoch wieder größerer Beliebtheit. Hauptgrund: Viele Menschen achten verstärkt auf eine gesunde Ernährung und die hohe Qualität bei der Auswahl ihrer Lebensmittel. Deshalb bauen sie zumindest einen Teil ihres Gemüses wieder selbst an.
Doch worauf ist beim Anlegen eines Gemüsegartens zu achten? Da der Frühling und mit ihm die beste Zeit für die Vorbereitung eines solchen Gartens bevorsteht, wollen wir uns hier einmal mit den Grundlagen beschäftigen.
Der eigene Gemüsegarten
Viele junge Eltern möchten ihren Kindern zeigen, wo unsere Nahrungsmittel herkommen. Und was gibt es Besseres, als frisch geerntete und knackige Möhren oder einen Salat aus dem eigenen Gemüsegarten? Ein solcher Garten schafft auf jeden Fall ein großes Stück neuer Lebensqualität. Damit das gelingt, ist die richtige Vorbereitung des Bodens sehr wichtig. Schließlich soll sich ja alles prächtig entwickeln. Auf folgende Punkte sollte bei der Vorbereitung zum Anlegen des Gemüsegartens geachtet werden:
Unkraut entfernen
Der zukünftige Gemüsegarten sollte nach Möglichkeit komplett von Unkraut befreit werden. Erstens kann man die kleinen Pflänzchen, die vorher ausgesät wurden, schlecht von Unkraut unterscheiden, zweitens nimmt das Unkraut dem Gemüse Nährstoffe und Feuchtigkeit. Die im Boden enthaltenen Nährstoffe sind wichtig, damit man später eine gute Ernte hat.
Boden umgraben und auflockern
Alte und gestandene Böden müssen vor dem Aussäen unbedingt aufgelockert werden. In einem verfestigten, harten Boden können die jungen Pflanzen schlecht wachsen. Lockerer Boden ist zudem wasserdurchlässiger, so kann keine Staunässe entstehen. Der Boden im Gemüsegarten sollte daher mit einer Gartengabel oder einem Spaten umgegraben werden, die Oberfläche wird anschließend mit einer Harke geglättet.
Kompost einbringen
In stark nährstoffhaltigem Boden wächst Gemüse besonders gut. Deshalb empfiehlt es sich, die Erde mit Kompost zu mischen. Dieser besteht aus reinen Küchen- und Gartenabfällen und enthält eine Vielzahl wichtiger Nährstoffe.
Gegebenenfalls düngen
Alte und/oder bereits häufig für den Gemüseanbau genutzte Böden enthalten kaum Nährstoffe. Wenn man keinen Kompost zum Aufwerten des Bodens hat, kann auch ein spezieller Dünger verwendet werden. Dieser wird nach Packungsanleitung in den Boden im Gemüsegarten eingearbeitet.
pH-Wert des Bodens messen
Der pH-Wert des Bodens im Gemüsegarten ist für eine erfolgreiche Aussaat und eine gute Ernte sehr wichtig. Der Boden sollte bestenfalls einen neutralen pH-Wert von 7 haben. Es gibt spezielle Messgeräte, mit denen der pH-Wert auf einfache Weise ermittelt werden kann. Wer ein solches nicht hat, kann auch einen Profi für Gartenbau-Dienstleistungen mit der Messung beauftragen.
Liegt der gemessene Wert unter 6,5, ist der Boden säuerlich. Auch eine ständige Neubepflanzung sowie das Auswaschen durch Gießen oder Regen nehmen dem Boden wichtige Bestandteile. In diesem Fall kann der Boden mit Kalk oder Basaltmehl behandelt werden. Liegt der Wert hingegen über 7,5, gilt der Boden als alkalisch. In diesem Fall sollte Torf oder Granitmehl in den Boden gemischt werden. Auch der Einsatz von Kaffeesatz hat sich schon oft bewährt. Im Zweifelsfall kann man sich vom oben erwähnten Fachmann dazu beraten lassen.
Tipp: Hochbeet als Gemüsebeet
Als praktische Alternative zum klassischen Gemüsegarten kann auch ein Hochbeet als Gemüsebeet genutzt werden. Die Pflege eines Hochbeetes ist einfacher, da das lästige Bücken während der Arbeit entfällt. Bei schlechten Böden ist ein Hochbeet ebenfalls sehr sinnvoll, da dieses komplett mit neuer, guter Erde aufgefüllt wird. Auch Schädlinge wie Mäuse haben bei einem Gemüsehochbeet schlechte Chancen, die Ernte frühzeitig zu vermiesen. Wird am Boden des Hochbeetes ein Gitter angebracht, bleiben die ungebetenen Gäste den Gemüsepflanzen fern. Wird das Hochbeet im Herbst angelegt, können Kompost und Baumschnitt gleich zum Auffüllen verwendet werden.

